Altbundespräsident Roman Herzog ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Das hat das Bundespräsidialamt bestätigt. Der CDU-Politiker war von 1994 bis 1999 der siebte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

Der frühere Bundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren gestorben.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigte seinen Vorgänger am Dienstag in einer Mitteilung als "markante Persönlichkeit, die das Selbstverständnis Deutschlands und das Miteinander in unserer Gesellschaft geprägt und gestaltet hat". Sein vorwärtsstrebender Mut habe sich mit einer charmanten Skepsis verbunden. Diese Mischung sei ebenso unverwechselbar wie sein unabhängiger Geist und seine Liebe zum klaren Wort gewesen.

„Mit Sachverstand, Klugheit und großer Lebenserfahrung trat er für unser Land und seine freiheitliche Verfassung ein. Als Minister, als Präsident des Bundesverfassungsgerichts und als Bundespräsident waren ihm die Bürger- und Freiheitsrechte niemals nur abstrakte Begriffe“, erklärte Gauck. „Als Vorsitzender des Europäischen Grundrechte-Konvents hatte er maßgeblich Anteil an der Europäischen Einigung.“

Roman Herzog war – als Nachfolger Richard von Weizsäckers und Vorgänger Johannes Raus – von 1994 bis 1999 Bundespräsident. Zuvor war der CDU-Politiker Minister in Baden-Württemberg und Verfassungsrichter.

Der CDU-Politiker hatte unermüdlich vor Reform-Müdigkeit im Land gewarnt. Herzog machte es sich zur Aufgabe, gegen Blockaden in Politik und Gesellschaft anzugehen.

In Erinnerung geblieben ist seine Präsidentschaft besonders durch seine viel zitierte „Ruck-Rede“ vom 26. April 1997. Damals sagte er: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von lieb gewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen.“

Lesen Sie hier die berühmte Ruck-Rede im Wortlaut.

Er setzte sich auch kritisch mit den Bürgern auseinander. „Das Volk bewegt sich nicht“, sagte er im Frühjahr 2008 der „Bild“-Zeitung. Es gebe zwar eine gewisse Bereitschaft zu Reformen, „aber es bräuchte politische Führung, echtes Charisma, um sie zu mobilisieren“.

Seine politische Karriere hatte das CDU-Mitglied als Bildungs- und als Innenminister in Baden-Württemberg begonnen. Nach seinem Verzicht auf eine zweite Amtszeit als Bundespräsident saß er in verschiedenen Kommissionen. Dazu gehörte der Konvent für Deutschland, ein Expertengremium, das sich unter anderem mit den Themen Föderalismusreform und Finanzverfassung beschäftigte.

Herzog lebte zuletzt auf der Götzenburg in Jagsthausen bei Heilbronn, wo seine zweite Frau Alexandra Freifrau von Berlichingen zuhause ist. Christiane Herzog, die sich nicht nur während der Amtszeit ihres Mannes im sozialen Bereich engagierte, war im Juni 2000 gestorben.

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